Münchberg: Tragisches Busunglück auf der A 9 fordert 18 Tote und 30 Verletzte

Münchberg/Bayern – Ein schweres Busunglück, bei dem 18 Menschen ums Leben kamen, schockt ganz Deutschland. Immer wieder stellt man sich die Frage nach dem „Warum?“. Warum fuhr der Busfahrer nahezu ungebremst auf einen vorausfahrenden Sattelzug auf? Mit den Ermittlungen befassen sich Sachverständige und Staatsanwaltschaft. Insgesamt 30 Insassen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen und kamen in zehn verschiedene Kliniken. Die Bundesautobahn 9 blieb stundenlang für die Rettungs- und Unfallaufnahmen voll gesperrt. Für Angehörige richtete die Polizei ein Info-Telefon ein. Nachfolgend alle Details zu dem Ereignis.

Es war am Montagmorgen (03.07.), als um 7.13 Uhr die Leitstelle Hochfranken den ersten Notruf erreichte. Der Anrufer meldete einen brennenden Bus, der auf der A 9 zwischen den Anschlussstellen Münchberg/Süd und Gefrees stand. Schon eine Minute später wurden durch den Disponenten die ersten Einsatzmittel an die Örtlichkeit beordert. Immer mehr Menschen wählten inzwischen den Notruf 112, sodass von einer größeren Schadenslage ausgegangen werden musste. Daher löste man für den Rettungsdienst bereits auf der Anfahrt das Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ aus. Gegen 7.23 Uhr trafen Feuerwehrkräfte auf der A 9 ein und verschafften sich einen Überblick.

Der in Vollbrand gestandene Bus hatte die Feuerwehr schnell unter Kontrolle. Wie die bisherigen Ermittlungen ergaben, prallte der Reisebus -der Verkehr staute sich- auf einen vorausfahrenden Sattelzug auf. Das mit 46 Fahrgästen und zwei Fahrern besetzte Fahrzeug ging in Flammen auf, ebenso der Anhänger. Wie die Polizei mitteilte, wurden insgesamt 30 Personen verletzt, acht davon schwer. Jede Hilfe zu spät kam für 18 Frauen und Männer im Alter von 66 bis 81 Jahren. Sie verbrannten in dem Bus. Eine Rettung war beim Eintreffen der Helfer aufgrund der enormen Hitzestrahlung nicht mehr möglich. Bei den Insassen handelt es sich um eine Reisegruppe aus Sachsen. Diese startete in der Oberlausitz und nahm bei Brandenburg und in Dresden Fahrgäste auf. Es sollte dann eigentlich an den Gardasee gehen.

Mehr als 200 Einsatzkräfte waren stundenlang auf der A 9 eingesetzt. Fünf Rettungshubschrauber landeten direkt vor Ort, um Menschen mit schwersten Verletzungen zügig zur weiteren Versorgung in Krankenhäuser zu fliegen. Der Rettungsdienst rückte mit 75 Mann, die Feuerwehr mit 78 Brandschützern an. Die Autobahnmeisterei richtete eine Betreuungsstelle für Angehörige auf ihrem Gelände ein. Am Nachmittag besuchte Ministerpräsident Horst Seehofer, Innenminister Joachim Herrmann und Verkehrsminister Alexander Dobrindt die Unglücksstelle. Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamtes übernehmen laut Polizei die Identifizierung der Toten, unter denen auch der Fahrer des Busses ist. Mit einem Schock kam der Lastwagen-Lenker davon. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Unterstützung von Sachverständigen an. Sie sollen den Behörden bei der Klärung der Ursachen helfen.

Bild: Bayrisches Rotes Kreuz,
Text: Daniel Klier (Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar)

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