Viernheim: Ermittler erhoffen sich nach versuchtem Tötungsdelikt weitere Hinweise

Viernheim – Es war Freitagabend, der 7. April, als ein Mann in einem Hinterhof in der Lampertheimer Straße angeschossen und zunächst lebensgefährlich verletzt worden war. „Der Geschädigte kam von der Arbeit, wurde gegen 23.30 Uhr im Hinterhof gefragt, ob er ein Feuerzeug hätte. Als er sich umdrehte, ist mehrfach auf ihn geschossen worden“, schilderte Staatsanwältin Barbara Sieger den Sachverhalt. Nun wenden sich Staatsanwaltschaft Darmstadt und Polizeipräsidium Südhessen nochmals an die Öffentlichkeit. Mit einer Plakataktion und der damit verbundenen Belohnung in Höhe von 3.000 Euro erhoffen sich die Ermittler, neue Hinweise zu erhalten – insbesondere zu Fahrzeugen an der Örtlichkeit.

„Wir vermuten, persönliche bzw. private Hintergründe. Aus ermittlungstaktischen Gründen kann ich jedoch nicht ins Detail gehen“, sagte Staatsanwältin Sieger. Zwar gäbe es einen Anfangsverdacht gegen verschiedene Beschuldigte, doch die Hinweise reichen für eine Verhaftung nicht aus. Großes Glück hatte das mittlerweile 42 Jahre alte Opfer. „Auf dieses wurde mehr als zehn Mal geschossen, wovon sechs Schüsse den Mann trafen“, so Sven Martin vom zuständigen Kommissariat 10 der Polizeidirektion Bergstraße in Heppenheim. Neben Verletzungen am Bein und Oberkörper erlitt der aus der Türkei stammende Mann einen Körperdurchschuss. Noch immer befindet sich er sich im Krankenstand. Die Genesung, gerade in psychischer Hinsicht, ist noch nicht abgeschlossen.

Drei Autos in Tatortnähe gesichtet

Bei dem Opfer handelt es sich um einen Bürger, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen. Auch Spielschulden, Betäubungsmittel oder weitere Delikte sind ausgeschlossen. Zur Tatzeit fiel zudem ein Auto mit laufendem Motor auf. Wie die Ermittlungen ergaben, stieg eine Person schnellen Schrittes in dieses ein. „Das wird vermutlich das Fluchtfahrzeug gewesen sein. Wichtig wären zwei Verkehrsteilnehmer, die verkehrsbedingt deswegen abbremsten mussten“, teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt mit. Hat jemand das Kfz-Kennzeichen des wartenden Autos lesen können? Wie lange stand das Fahrzeug dort? Wie viele Personen waren in dem Auto?; vermutlich ein dunkler Kleinwagen. Das sind Fragen, auf die die Ermittler sich gerne Antworten wünschten.

Im Rahmen des Ortstermins gestern Vormittag wurden die beiden ersten Plakate an den Eingängen der Stadtverwaltung Viernheim und der Dezentralen Ermittlungsgruppe aufgehängt. Etwa 30 Exemplare sollen an zentralen Orten die Bürgerinnen und Bürger auf den Vorfall aufmerksam machen. Darüber hinaus ist eine Belohnung von bis zu 3.000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ausgesetzt. Knapp eine Woche nach dem Vorfall verteilte Handzettel sorgten zwar für Hinweise, doch der entscheidende war nicht dabei. Jedes noch so kleine Detail ist wichtig.

Ausstrahlung in ZDF-Sendung

Falls noch erforderlich, ist für September/Oktober geplant, einen Beitrag in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ auszustrahlen. „Wir gehen davon aus, dass es im Umfeld des Täters noch Personen gibt, die Hinweise geben könnten, die sich jedoch bisher zurückhalten. Hier handelt es sich um kein Bagatelldelikt, sondern um versuchten Mord“, appellierte Barbara Sieger an Zeugen, sich an die Kriminalpolizei Heppenheim unter der Rufnummer 06252/706-0 zu wenden. Eine nach der Tat sofort eingeleitete Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, blieb erfolglos. Experten nahmen am darauffolgenden Morgen alle Spuren vor Ort auf.

Bilder und Text: Daniel Klier („Viernheimer Tageblatt“)

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